Lebensende-Medizin

Welche Medizin am Lebensende?

Diese Frage stellt sich nicht nur für Männer mit metastasiertem Prostatakarzinom. Innerhalb der Selbsthilfe ist frühzeitig auf die Sinnhaftigkeit von Patientenverfügungen hingewiesen worden, so lassen sich auf der BPS-homepage unter diesem Link entsprechende differenziert ausgearbeitete Texte / Vorlagen finden, Gerhard Zieseniß aus Verden hat hier sehr hilfreiche Ausarbeitungen angefertigt, hier seine homepage.

Auch Angehörige und behandelnde Mediziner müssen sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Ziemlich oft fällt das, was der Sterbende will oder im Vorwege verfügt hat, mit dem, was Ärzte als noch sinnvoll einschätzen, auseinander.

Schon die Patientenverfügung selbst ist kein einfaches Thema und ist erst seit dem 01.09.2009 rechtlich verankert, s. BGB 1901a und 1901b. Da sich aber die Zahl der älteren bzw. kranken Menschen, die eine Patientenverfügung ausgestellt haben, in engen Grenzen hält, ist schon das Scheitern konstatiert worden, hier ein Artikel von Werner Bartens: "Die traditionelle Patientenverfügung muss als gescheitert gelten".

Vom Umgang mit Erwartungen

Der Einsatz von Therapien im fortgeschrittenen (Prostata-)Krebs-Stadium hängt entscheidend von den Erwartungen ab: Kann ich eine Lebensverlängerung erreichen, allerdings ohne dass die Lebensqualität in der letzten noch verbleibenden Zeit allzusehr leidet? Oder sind die noch zur Verfügung stehenden therapeutischen Mittel so belastend oder auch so wenig aussichtsreich, dass bei Abwägung der zu erwartenden Antikrebs-Wirkung mit den Nebenwirkungen eher Abstand zu nehmen ist? Und sollte nicht in jedem Fall, wenn das baldige Ableben sich unüberspürbar ankündigt, auf die Bekämpfung von Schmerzen der Schwerpunkt gelegt werden?

Auch wenn in einer aufgeklärteren Gemeinde von in der Selbsthilfe Aktiven das Für und Wider von medizinischen Massnahmen am Lebensende leichter diskutierbar ist - eine jüngst im JAMA veröffentlichte Studie zeigt eine krasse Diskrepanz zwischen den Erwartungen von Krebspatienten und den Einschätzungen ihrer behandelnden Onkologen, dazu ein weiterer Artikel des SZ-Autors Dr. Werner Bartens: "Wenn schlechte Krebsprognosen verschwiegen werden."