Ein Schlankmacher als Anti-Krebs-Mittel

Die Hydroxyzitronensäure (engl. hydroxycitric acid, HCA) ist eine weitere (natürlich vorkommende) Substanz, die sich als Anti-Krebs-Mitel einsetzen lässt.

In der Besprechung des ARTE-Films "CANCER - La piste oubliée" sind auch Zitate von Dr. Laurent Schwartz zu finden, der in dem Film ausführlich zu Wort kommt. Ich wiederhole hier die beiden -aus meiner Sicht- wichtigsten Zitate des gesamten Films:

Pierre Sonigo, Forschungsdirektor, Biorad, Marnes-la-Coquette: "Wir dürfen den Körper nicht als etwas sehen, das zentral von der DNA gesteuert wird. Vielmehr als ein Gebilde, das sich in einer natürlichen Balance befindet, ganz so wie ein Wald oder ein Ozean." "Wenn Kaninchen im Wald sich so stark vermehren, dass sie den ganzen Wald vernichten, sagen wir doch auch nicht -ach so, die Kaninchen sind mutiert-, sondern wir fragen uns, ob das Nahrungsangebot in diesem Jahr nicht zu gross war."

Sprecher: "Für eine solche Gesamt-Vision plädiert auch der französische Krebsforscher Laurent Schwartz. Der Schlüssel zum Verständnis der Krebszelle wäre demnach ihre Versorgung und die Art, wie sie mit den Ressourcen umgeht. Anders ausgedrückt, ihr Stoffwechsel."

Die onkologischen Versuche des Dr. Schwartz

Es ist wohl dem öffentlichen Wirken dieses französischen Krebs-Arztes zu verdanken, dass sich eine solch einfache und in der Natur mannigfach vorhandene Substanz wie der Hydroxyzitronensäure in den Bereich onkologisch-therapeutischer Bemühungen geschoben hat. Hier zunächst noch einige Zitate aus dem ARTE-Film:

[Dr. Schwartz erläutert einem Patienten auf einem Zettel dieses, bei Min. 40:37:] "Hier dringt die Alphaliponsäure in die Mitochondrien ein und kurbelt die Verbrennung an." Trotz wiederholter Anfragen hat er weder Gelder noch Genehmigungen für die Durchführung klinischer Patienten-Studien erhalten. "All unsere Arbeiten wurden mehrmals in anerkannten internationalen Fachzeitschriften abgedruckt. Dennoch war die Resonanz gleich Null. Irgendwann dachte ich, ich muss meine Gedanken in einem Buch niederschreiben, dann würden die Kranken schon kommen. Die, die mich kontaktierten, wussten, dass sie über kurz oder lang sterben würden. Ich konnte sie nur über etwas informieren, worin ich eine mögliche Linderung sah."

Das angesprochene Buch ist 2013 erschienen: "CANCER - Guerir Tous Les Malades - ENFIN?"

[Es werden sodann Mitglieder einer Krebs-Selbsthilfegruppe in Nantes gezeigt. Es folgt wieder Dr. Schwartz, Min. 41.50:]

"Unsere Versuche haben viel mit Anteilnahme zu tun. Als Arzt sitzt man ja immer zwischen zwei Stühlen. Auf der einen Seite haben wir klar durchstrukturierte Tests, auf der anderen Seite muss der Arzt Hilfe leisten, wenn Menschenleben gefährdet sind. Und in diesem Fall darf er auch etwas verschreiben." ... "Momentan versorge ich mit meinen Kollegen gut 100 Krebspatienten. Mehrere Veröffentlichungen legen die Vermutung nahe -vermuten scheint mir hier der adäquate Begriff-, dass das Fortschreiten der Erkrankung zumindest gebremst werden kann. In manchen Fällen gingen die Tumormarker zurück. Teilweise grenzen die Ergebnisse an ein Wunder. Meistens hält der Effekt aber nur eine bestimmte Zeit an, warum, entzieht sich meinem Verständnis. Die Werte verbessern sich erst und sacken dann wieder ab. Immerhin aber gelingt es, eine Bresche zu schlagen. Den Kranken, die ich betreue, reicht das wahrscheinlich nicht. Mir scheint es als Anfang nicht schlecht. Das stellt sich natürlich die Frage, ob diese Therapie, die längst nicht perfekt ist, aber doch Verbesserungen bringt, ob man nicht diese Rezeptur mit einer Chemotherapie kombinieren sollte. Vermutlich macht das Sinn. Vermutlich fehlen noch andere Moleküle. Und ich sage ganz offen: Wir haben erst ein Teil des Puzzles."

"Heute biete ich einigen als unheilbar eingestuften Patienten eine kostenlose Therapie an."

In einem sehr lesenswerten ARTE-Interview vom 15.01.2016 mit Dr. Schwartz wird er zu Anfang zur 'Stoffwechseltherapie' befragt und entwickelt diese einfachen Gedanken:

"In den 1930er Jahren gewann der deutsche Biochemiker Otto Warburg den Nobelpreis für seine „Entdeckung der Natur und der Funktion des Atmungsferments“. Er entwickelte die These, dass eine Stoffwechselstörung die Ursache von Krebs ist. Die Zellen speichern große Mengen von Glukose, ohne diese verbrennen zu können, und werden logischerweise immer größer. Wenn man Krebs als eine mit Diabetes verwandte Stoffwechselerkrankung betrachtet, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten: Durch eine Kombination bereits bekannter Moleküle könnten den Patienten rasch einfache, kostengünstige Therapien angeboten werden. Ich habe um das Jahr 2000 einige Wissenschaftsartikel zu dieser Hypothese veröffentlicht. Heute biete ich einigen als unheilbar eingestuften Patienten eine kostenlose Therapie an. Unsere klinischen Ergebnisse, kombiniert mit denen anderer Teams, deuten darauf hin, dass die Behandlung effizient ist und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt. Doch wir stehen noch ganz am Anfang."

HCA plus ALA

In einer 2010 veröffentlichten Studie "A combination of alpha lipoic acid and calcium hydroxycitrate is efficient against mouse cancer models: preliminary results." zeigte das Team um Dr. Schwartz, dass sowohl im Labor-Experiment als auch getestet an Mäusen die Kombination von Alphaliponsäure und Hydroxyzitronensäure einen Anti-Krebs-Effekt hat.

Zusammenfassend heisst es: "Therefore, it would appear that the approach utilized in this study may indeed result in a synergistic attack on the metabolic pathways used by these cancer cells. Lipoic acid inhibits the activity of PDHK, thereby allowing pyruvate that is imported into the mitochondria to be converted to mitochondrial acetyl-CoA by PDH, thus allowing the Krebs cycle to proceed, while hydroxycitrate inhibits ACL, which reduces the lipid available for cell proliferation and decreases the activity of lactate dehydrogenase."

[Es sieht so aus, das der in dieser Studie verwendete Ansatz in der Tat einen synergistische Angriff auf die Stoffwechselwege, die von Krebszellen benutzt werden, darstellt. Liponsäure hemmt die Aktivität der Pyruvat-Dehydrogenase-Kinase und öffnet so dem Pyruvat den Weg für den Import in die Mitochondiren, um dort zum mitochondrialen Azetyl-Coenzym-A durch die Pyruvat-Dehydrogenase umgewandelt zu werden, sodass daraufhin der Zitrat-Zyklus weitermachen kann. Hydroxycitrat hemmt das Enzym ATP citrat lyase (ACL), dass die für die Zellteilung nötigen Fette reduziert und die Aktivität der Laktat-Dehydrogenase herabsetzt.]

Ich habe den Diskussions-Abschnitt dieser Veröffentlichung leserlicher aufbereitet, hier. Die Alphaliponsäure (ALA) wird hier diskutiert.

Was macht die ATP-Citrat-Lyase?

Dieses Enzym ist das wichtigste Enzym für die Synthese von Acetyl-CoA im Zytosol von eukaryotischen Zellen - Ausgangsstoff für die Lipogenese / Fettsäuresynthese. Bei den Fetten findet ja der Abbau in den Mitochondrien statt, der Aufbau jedoch im Zytosol. Durch die Hemmung eines wichtigen Enzyms in der Zurverfügungstellung des Ausgangsstoffes wird die Lipogenese im Zytosol insgesamt gehemmt, was die WIrkung des HCA als 'Schlankmacher' erklärt: Die Umwandlung von zuvielen aufgenommenen Kohlenhydraten in Fett findet weniger statt.

Der überraschende Erfolg beim Stopp des PSA-Anstiegs

Im BPS-Forum hat der langjährige Prostatakrebs-Kämpfer Klaus (A) am 03.12.2015 über seinen "Selbsttest: Metabolismus/Warburg/Metabloc" berichtet. Er hatte auf einer österreichischen Internet-Seite von dem Ansatz von Dr. Schwartz gelesen und kurzerhand selbst ausprobiert. Seinen PSA-Anstieg hat er mit der Kombination HCA+ALA offenbar stoppen können. Sein Eintrag vom 29.03.2016 zeigt, dass er mittlerweile sogar beim PSA-Rückgang angekommen ist.