H2O2 auf die Haut

Rudolf Stratmann, 15.02.2016

Eine andere Methode, Wasserstoffperoxid in den Körper zu bekommen, ist die Aufnahme über die Haut. Während traditionelle, lange bekannte Anwendungen einer 3%-igen Apotheken-Lösung zum Säubern der Ohren, Spülen im Mund etc. die bekannte positive Wirkung haben, ist eine Tiefenwirkung über die Haut, in die Zirkulation und Organsysteme hineinreichend, weniger bekannt.

Auch zu diesem Thema liefert Dr. Gartz in seinem Buch 'H2O2 - Das vergessene Heilmittel' wichtige Hinweise, Zitat S. 49 ff.:

"Ab Ende der 1950er Jahre wurde das Wasserstoffperoxid erneut in Deutschland untersucht, wobei viele der noch ungelösten Rätsel seiner medizinischen Wirksamkeit endlich mit modernen Methoden aufgeklärt werden konnten. Die exzellenten Untersuchungen wurden im Rahmen der Habilitationsschrift von Reinhard Ludewig vom pharmakologischen Institut in Leipzig durchgeführt, das vom bereits eingangs erwähnten Fritz Hauschild geleitet wurde und mit dessen Unterstützung er habilitierte."

Die Habilitation mit dem Titel: 'Experimenteller Beitrag zur epikutanen und intraoralen Anwendung hochprozentiger Wasserstoffperoxid-Lösungen. Habilitationsschrift. Universität Leipzig 1963' ist direkt im Netz nicht verfügbar, aber der Titel zeigt schon, dass a) es um epikutane Anwendung und b) von hochprozentigem H2O2 geht. Im Gegensatz zur intravenösen Anwendung, bei der der nur eine hochverdünnte Lösung genommen werden kann, ist bei der Aufnahme über die Haut eine hohe Konzentration möglich. Dr. Gartz schreibt weiter:

"In diesen Jahren wurden erstmalig und ganz exakt unter Anwendung von radioaktiver Sauerstoffmarkierung das Schicksal des aufgetragenen Peroxids auf die Haut, sein Eindringungsvermögen und die spätere Zersetzung im Körper gemessen."

Fast keine Katalase in den Außenschichten der Haut

Dr. Gartz fährt fort:

"Man glaubte bis zu jener Zeit auch, dass die Wirkung nicht sehr in die Tiefe gehe, da das Enzym Katalase in jeder Zelle vorkommt und das Peroxid schnell in Wasser und Sauerstoff zersetzt. So stand es in den Lehrbüchern und so wird es teilweise bis heute abgeschrieben.

An dieser Stelle setzten die Forschungen in Leipzig an, die einer Vielzahl von Fachpublikationen aus unterschiedlichen Disziplinen wie Dermatologie, Chirurgie, Geburtshilfe, innere Medizin und Zahnheilkunde dokumentiert sind.

Zur Verblüffung der Untersucher und im Gegensatz zur damals gängigen Lehrmeinung wurde festgestellt, dass das Wasserstoffperoxid schnell und unzersetzt sowohl die Schleimhäute als auch die intakte Außenhaut (Epidermis) durchdringt und eine ausgesprochene Tiefenwirkung entfaltet. Das kleine, wasserähnliche Molekül übertrifft bezüglich Schnelligkeit und Wirkung in tiefen Gewebsschichten die meisten anderen Arzneistoffe mit deren größeren molekularen Abmessungen. Entgegen den Lehrbuchmeinungen enthalten die Außenschichten der Haut fast keine Katalase. Zusätzlich weiß man heute, dass hohe Peroxidkonzentrationen die Katalase zunächst blockieren.

So konnte ganz exakt gemessen werden, dass schon bei einer fünfprozentigen Peroxidsalbe auf einem Quadratzentimeter Haut pro Minute 20 bis 50 Mikrogramm Wasserstoffperoxid zur Resorption gelangen. Bei 20- oder gar 30-prozentigen Lösungen wird in kürzester Zeit ein Mehrfaches an Wirkstoff resorbiert."

2 Methoden: Einsprühen oder per Salbe

in Arbeit