Knochen-Status

Knochen-Status

Zu einer turnusmässigen Status-Erhebung beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom gehört der Blick in die Knochen, soweit das geht. Üblicherweise mit Bildgebung gemacht (s. dort), lassen sich aber auch im Blut und im Urin jede Menge hochinteressanter Parameter messen, die u.U. rechtzeitig Hinweise geben können auf Knochenmetastasierung. Oder eben auch bei vorhandenen Knochenmetastasen und entsprechender Therapie als Verlaufs-Parameter, einfach aus Blut oder Urin gewonnen.

Osteoblastische und osteoklastische Metastasen

Da ja beim Prostatakarzinom bekanntlich sowohl osteoblastische wie auch osteoklastische Metastasen vorkommen können, muss man von vorneherein beides messen: verstärkte Knochen-Aufbau- oder verstärkte Knochen-Abbau-Prozesse.

Wenn man z.B. solch eine Metastase im sechsten Brustwirbelknochen diagnostiziert bekommt, von der es heisst, sie sei ein "osteolytischer Herd",

dann werden wohl mehr Produkte des Knochen-Abbaus gemessen werden können.

Marker für den Knochen-Abbau

Den Knochen (wieder) auflösende Aktivitäten entfaltet die eine knochenspezifische Wunder-Zelle, der Osteoklast (man kann ihn hier bei der Arbeit 'sehen'). In den Kreislauf (Blut oder Entwässerung/Urin) abgegebene Abbau-Produkte, die auf eine höhere Aktivität von Osteoklasten hindeuten, sind:

Marker für den Knochen-Aufbau

Den Knochen (wieder) aufbauende Aktivitäten entfaltet die andere knochenspezifische Wunderzelle, der Osteoblast: Hier in einer Animation von AMGEN auf youtube zu sehen, zusammen mit den Osteoklasten. Osteoblasten mauern sich nach getaner Arbeit selbst ein und werden zu Osteozyten mit einer Lebensdauer von 10 Jahren.

Der wichtigste und auch beliebteste Marker hier ist der AP-Wert (Alkalische Phosphatase), der allerdings seine Tücken hat, will man damit etwas über zu starke Knochen-Aufbau-Prozesse erfahren: Denn dieser Wert ist nur der 'Gesamt-AP'-Wert, wichtig ist aber der knochenspezifische Wert, die Knochen-AP oder auch Ostase. Diese Phosphatase wird von Osteoblasten produziert und letztlich freigesetzt.

Ein sehr gut gemachte Seite zu den Alkalischen Phosphatasen von Dr. Hübl aus Wien klärt auf über die verschiedenen Iso-Enzyme der AP (ja, das ist ein Enzym).