Strontium und seine Wirkung gg. Osteoporose und Knochenmetastasen

R.S., 23.02.2015

Vorbemerkung: Es geht beim Strontium (Sr) nicht um ein radioaktives Strontium, sondern um das Element, das im Periodensystem der Elemente direkt nach Calcium (Ca) kommt, sodass die Aufnahme von Strontium im Knochenaufbau das Calcium ersetzen kann und -da Strontium schwerer ist- härtere Knochen machen kann.

Wenn ein Betroffener mit Knochenmetastasen vom Prostatakrebs seinen behandelnden Arzt fragt, ob es Sinn macht, Strontium zu nehmen, wird ihm in der Regel dringend abgeraten. Denn da Strontium den Konchenauffbau fördert und der Prostatakrebs zunächst auch osteoblastische, knochenauffbauende Metastasen macht, so der Gedanke, kann das nicht richtig sein.

Allerdings gibt es diese Beobachtung von Prof. Tallberg, die in die völlig entgegengesetzte Richtung zeigt: "Strontium ist extrem wichtig, denn es scheint Knochenmetastasen bei Prostatakrebs-Patienten auszurotten." "Strontium is extremely important, because it seems to eradicate bone metastasis in prostate cancer patients." ( Dr.Tallberg, Vortrag Freudenstadt, Septb.2006)

Oder auch dieses statement von Dr. Strum: "Strontium is a stimulator of the osteoblast, the cell population responsible for building bones. Zometa & other bisphosphonate compounds are inhibitors of the osteoclast, the cell population responsible for resorbing bone." "Strontium stimuliert die Osteoblasten, die Knochen bilden. Zometa und andere Bisphosphonate hemmen die Osteoklasten, die Knochen abbauen." ( Dr.Strum )

Empfehlung von Dr. Strum zur Knochengesundheit, vor einigen Jahren in einem Internet-Forum gegeben.

Strontium ist in der Form des Strontiumranelat seit 2004 als Mittel gegen Osteoporose zugelassen.

Hier ein Artikel von Dr. Lam zum Strontium, als Präventions-Mittel gegen Osteoporose, von dem leider verstorbenen Mitstreiter Jürgen S. im Jahre 2007 für das Forum übersetzt.

Jürgen S. hatte auch damals diese Ausgabe der Zeitschrift "Advances in Orthomolecular Research" aus 2007 entdeckt, in der Artikel zur Knochengesundheit und auch speziell zum Strontium enthalten sind: "Strontium, the first bone builder".

Welche Erfahrungen mit der Supplementierung von Strontium liegen bei Männern mit Knochenmetastasen nun vor?

In den Jahren 2006 bis 2008 haben eine Reihe von Mitstreitern sich mit Strontium beschäftigt, der Beschaffung, der Dosierung, der Supplementierung. Auf einer KISP-Seite sind einige der damaligen Forums-Beiträge abgespeichert.

"Wie mache ich mir mein Strontium selbst?", war eine der Fragen, nachdem klar war, dass man die geeignete Darreichungsform (als -carbonat oder -citrat) in entsprechender Dosis nicht an jeder Ecke kaufen kann.

Insbesondere Jürgen S. und Dr. Werner P. haben ihre Experimente mit Strontium gemacht, leider sind beide Männer verstorben, der eine 2013, der andere 2011. Werner hat als promovierter Chemiker sehr genau gewusst, was er macht, und von ihm kamen auch die detaillierten Anweisungen / Ideen.

Aber mir liegen keinerlei gut dokumentierten Fallbeschreibungen vor (erst recht keine klinischen Studien), denen man entnehmen könnte, dass die gezielte Strontium-Supplementierung irgendetwas im Knochen- bzw. Knochenmetastasen-Stoffwechsel zum Positiven hin verändert hätte.

Die Indikation für das Strontiumranelat ist in 2014 von der EMA eingeschränkt worden und gilt nur noch bei schwerer Osteoporose, nachdem ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte festgestellt worden ist, hier die Pressemitteilung der EMA vom 21.02.2014., sowie ein "Rote-Hand-Brief" des Herstellers vom 10.03.2014, veröffentlicht auf den Seiten des BfArM.

In einer ebenfalls in 2014 veröffentlichten Studie am Mausmodell zeigt eine Forschergruppe aus Genf, dass Strontiumranelat den Wundheilungsprozess von Knochendefekten beschleunigt. Zaccetti et al. schliessen ihren Artikel, indem sie schreiben: "These results open up new perspectives for the use of SrRan in clinical studies as a pharmacologic agent with a potential beneficial effect on bone defect repair." ("Diese Resultate eröffnen neue Perspektiven für die Anwendung von SrRan in klinischen Studien, in denen SrRan als pharmakologisches Mittel bei der Reparatur von Knochendefekten eine hilfreiche Rolle spielen kann.")

Bei der Beurteilung möglicher positiver Wirkungen des Strontiums auf PCa-Knochenmetastasen ist zu berücksichtigen, dass zwar die anfängliche Metastasierung eher eine osteoblastische ist, aber später die osteoklastische hinzukommt.