Degarelix / Firmagon

Dr. Charles "Snuffy" Myers schreibt in der Einleitung seines Februar-2015-Rundbriefes "Prostate Forum":

"This issue is devoted to Firmagon (Degarelix) and the role that Dr. E. David Crawford has played in its development. We think Firmagon is a breakthrough drug, but too many oncologists and patients have failed to appreciate this fact. I hope this newsletter helps reverse this unfortunate situation."  -  Dr. Myers schätzt also das Firmagon als Durchbruch-Medikament ein.

Neben der frei verfügbaren Einleitung von Dr. Myers ist der gesamte Rundbrief, mit einem Interview mit Dr. Crawford, allerdings nur käuflich zu erwerben. Hingegen ist hier ein kostenloses Video von Dr. Crawford bei youtube (Vergleich Degarelix mit LHRH) anzuschauen.

Der Vorteil von Firmagon

Im Vergleich zu den klassischen LHRH-Agonisten haben Studien klar gezeigt, dass insbesondere bei einer fortgeschrittenen Diagnose der Einsatz des Degarelix / Firmagon bessere Ergebnisse liefert. Insofern ist spätestens seit 2014 nicht mehr akzeptabel, dass fortgeschrittenen Männern als Initial-HB-Spritze immer noch ein LHRH-Agonist und nicht dieser GnRH-Antagonist gegeben wird.

Der Vorteil des Firmagon im Vergleich zu LHRH, kann in diesen Veröffentlichungen nachgelesen werden:

Klotz et al., 2008, The efficacy and safety of degarelix: a 12-month, comparative, randomized, open-label, parallel-group phase III study in patients with prostate cancer

Shore et al., 2013, New considerations for ADT in advanced prostate cancer and the emerging role of GnRH antagonists

Miller et al., 2013, Disease control-related outcomes from an analysis of six comparative randomised clinical trials of degarelix versus luteinising hormone-releasing hormone (LHRH) agonists

Klotz et al., 2014, Disease control outcomes from analysis of pooled individual patient data from five comparative randomised clinical trials of degarelix versus luteinising hormone-releasing hormone agonists.

Vorsicht bei der subkutanen Injektion

Die monatlich erforderliche Injektion des Firmagon sollte mit mehr Sorgfalt durchgeführt werden als dass bei einer LHRH-Depotspritze der Fall ist. Schon frühzeitig haben Männer über die Nebenwirkung geklagt, dass sich die Einstichstelle entzündet, aufbläht und man mit grippeähnlichen Problemen durchaus mehrere Tage krank sein kann. Hier eine entsprechende Diskussion im BPS-Forum Ende 2014.

Allerdings hatte Urologe Schulenburg schon damals darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, "die Nadel nach der Injektion ca. 30 Sekunden in Position zu lassen und nach dem Entfernen NICHT zu drücken oder zu reiben! Hintergrund der Reaktion ist ein Zurückfliessen der Substanz durch den Einstichkanal in die Intrakutanregion mit entsprechender Reaktion. Durch das Halten der Nadel in Position hat das Medikament die Möglichkeit zu gelieren/sich zu verfestigen und damit nicht mehr zurückfliessen zu können."

Meine Erfahrung ist, das man die Entzündungreaktion komplett vermeiden kann, wenn man die Nadel nach der Injektion einfach noch einige Minuten festhält, bevor man sie rauszieht - die Idee mit dem Gelieren scheint richtig zu sein.