DC-Therapie bei Dr. Neßelhut

OLG Bremen: Krankenkasse muss zahlen

Rudolf Stratmann, 19.02.2016

Das Oberlandesgericht Bremen hat mit dem mittlerweile rechtskräftigen Urteil vom 30.11.2015 eine Krankenversicherung zur Kostenübernahme einer dendritischen Zelltherapie verpflichtet, s. hier im einzelnen.

Was ist eine Dendritische ZellenTherapie und wie wird sie durchgeführt

Helmut Fleig, 01.10.2014

 

Unser Arbeitskreis fortgeschrittener Prostatakrebs = AK fPK kam zwischen dem 08. und 10. November 2011 in Witzenhausen im Hotel „Stadt Witzenhausen“ zu einem Seminar zusammen. Rudolf Stratmann hatte uns zuvor ein Programm aufgestellt, was wir in diesen Tagen erarbeiten wollten.

 

Anmerkung: AK fPK hat es geheißen und jetzt BNFPK = Bundesnetzwerk fortgeschrittener Prostatakrebs

 

In diesem Programmpapier stand unter anderem auch, daß ein Arzt einen Vortrag über Dendritische Zellen halten würde, um das Immunsystem zu stärken, um daher auch besser gegen Krebs-Metastasen vorzugehen. Diesen Vortrag wollte ich unter keinen Umständen versäumen. Der Vortrag fand am 09.11.2011 statt und lautete:

 

- Vortrag Dr. med. Thomas Nesselhut, Duderstadt, zur Immuntherapie

- Inhaltliche Punkte: Besseres Verständnis der einzelnen Phasen der Metastasierung

 

Zu unser aller Überraschung kam auch der Arzt Prof. Dr. med. J Hinrich Peters, wissenschaftlicher Leiter von DC Gesellschaft für Dendritic-Cell-Therapie mbH hinzu, ein langjähriger Bekannter von Dr. Neßelhut. Beide Ärzten hielten Folien-Vorträge und hierzu zitiere ich zunächst Rudolf Stratmann:

Mit dem für mich überraschenden Auftritt von Prof. Peters (mir war im Vorwege nicht klar gewesen, ob er denn nun wirklich kommt) hatten wir die grosse weite Forschungswelt der letzten Jahrzehnte, Abteilung Immunologie, zu Gast: Der wissenschaftliche Counterpart zum Nobelpreisträger Ralph Steinman!

Mit Dr. Nesselhut hatten wir einen derartig versierten und über die unterschiedlichsten schweren Krankheitsbilder berichtenden Immuntherapeuten (Biochemiker und Mediziner) zu Gast, dessen theoretische Darlegungen und Therapie-Beispiele uns teilweise elektrisierten.“

Weiterhin hier ein Auszug aus dem Protokoll:

"Anhand der Folien von den beiden Ärzten wurden die Zusammenhänge in der
Wirkung der Dendritischen Zellen aufgezeigt. Dendritische Zellen sind die Signalzellen des Immunsystems und haben die Aufgabe, Körperfremdes zu erkennen, Antigene aufzunehmen und vornehmlich in den Lymphknoten auf ihrer Zelloberfläche den entsprechenden Lymphozyten zu
präsentieren. Die durch die dendritischen Zellen im Lymphknoten auf die Oberflächenmerkmale
der Krebszellen geschulten T-Zellen sollen die Krebszellen besser markieren, damit diese von den herbeigerufenen Fresszellen eliminiert werden können.


Durch die Gabe von dendritischen Zellen wird das Immunsystem aktiviert. Bei der Immunstimulation muss nachgewiesen sein, dass die funktionellen Immunparameter tatsächlich erniedrigt sind.
Die vorliegende Immunkompetenz kann über funktionelle Untersuchungen erfolgen und auch nur damit ist offensichtlich der Erfolg kontrollierbar. Es muss nachgewiesen sein, dass der Patient über ausreichend stimulierbare Immunzellen (v.a. CD4+ Helferzellen) verfügt.
Ob sich das Immunsystem unter Therapie in die richtige Richtung bewegt, muss während der Therapie laufend kontrolliert werden.


Die DZ-Therapie in Duderstadt bei Prof. Nesselhut beläuft sich auf ca. 25.000 €. Die Kostenübernahme/- erstattung wurde auch gestreift – ist aber im Einzelfall sehr unterschiedlich - für GV offensichtlich nur über den Klageweg realisierbar.

Im Weiteren müsste von uns im AK für diese Therapie noch unabhängig in Erfahrung gebracht werden, welche genaue Vordiagnostik im einzelnen notwendig und erforderlich ist und auch, welche Vakzinierungen bei den einzelnen Instituten/Anbietern erfolgen, zumal nicht bei jedem Betroffenen tumorautologes Material zur Beladung der Dendriten zur Verfügung steht."

Als die beiden Ärzte mit ihre für uns Krebskranke so wichtige Vorträge beendet hatten, beantworteten sie auch unsere vielseitigen Fragenstellungen auf eine Weise, die jeder verstehen konnte.

 

Mir selbst hat dieser Vortragsabend den Anstoss gegeben, eine DZ-Therapie bei Dr. Neßelhut zu beginnen und ich bin derzeit immer noch in Behandlung. Eine ausführliche Darstellung sowohl des Verlaufs meiner Behandlung sowie der Ergebnisse gebe ich demnächst. Ebenfalls eine Darstellung der inhaltlichen Auführungen, die Dr. Neßelhut in einem Verfahren zur Kostenübernahme durch meine Krankenkasse gemacht hat.

Hier die Daten zu meiner Prostatakrebs-Ausgangslage:

Nach der OP Juli 1998 Klassifikation –

pT3b, pNO, Gleason 3+4=7a, G2, RO (Stadium III)

Am 15.03.2013 habe ich eine dritte pathologische Bewertung nicht von den Biopsien sondern von den in Paraffin eingelegte Prostata direkt und hier kam diese Klassifikation persönlich vom Referenzpathologe Prof. Dr. med. Helmut Helpap sie lt.:

Rl . Mind. pT3b. Malignitätegrad 2b. Gleason-Grad 4+3 (7b). pN0.

Kritischer Bericht

Prostatovesikulektomiepräparat mit weit fortgeschrittenem

organüberschreitendem pluriformem Adenocarcinom der Prostata mit

Samenblaseninfiltration und geringer intraductaler Komponente (unter 10% ).