Hormonsystem - endokrine Achse

Die klassische Hormonblocke beim  (fortgeschrittenen) Prostakarzinom ist die chemische Kastration mittels Medikamenten, die in die endokrine Achse eingreifen. Üblicherweise als subkutane Spritze verabreicht, wird entweder ein LHRH-Analogon gegeben oder ein GnRH-Antagonist.

Bei der LHRH-Spritze wird das Releasing-Hormon RH für das Hypophysenhormon LH = Luteinisierendes Hormon im Übermass verabreicht, sodass die Leydig-Zellen der Hoden zunächst viel Testosteron produzieren, bis die endokrine feedback-Regelung aufgrund des Übermasses an stimulierendem Hormon die Hypophyse die Arbeit einstellen lässt. Im Ergebnis sinkt der Testosteronspiegel nach ca. 14 Tagen ab. Allerdings ist zunächst aufgrund der Wirkungsweise in die das Testosteron stimuliernde Richtung ein Anstieg des Serum-Testosteron-Pegels zu verzeichnen, was häufig Ärzte veranlasst, in den ersten 2 Wochen ein Antiandrogen zu geben, also ein Androgenrezeptor-Blocker.

DIe Bezeichnung LHRH-Analogon ist zwar noch üblich, korrekter ist GnRH-Analogon, weil neben dem LH wird auch das FSH von der Hypophyse ausgeschüttet, ein Hormon, das beim Mann die Sertoli-Zeillen, die für die Samenproduktion da sind, in den Hoden stimuliert.

Demgegenüber ist ein GnRH-Antagonist ein Rezeptor-Blocker, und zwar werden sowohl die LH- wie die FSH-Rezeptoren der Hypophyse geblockt, sodass sehr schnell keinerlei die Hoden stimulierenden endokrinen Hormone mehr gebildet werden können. Im Ergebnis sinkt der Testosteronspiegel innerhalb nur eines Tages. Innerhalb von 7 Tagen erreichen 99% der Männer bereits das Kastrationsniveau.